Split Step
Zur rechten Zeit den richtigen Schritt
Thema dieser Artikels ist die Beinarbeit, und zwar ein gewisser Teil, ohne den die schnellen Richtungsänderungen im modernen Tennis gar nicht möglich wären. Gemeint ist der „Split-Step“. Falls ihr Euch darunter nichts, oder nur wenig vorstellen könnt, nehmt Euch fünf Minuten Zeit. Es könnte sich lohnen.
Gute Beinarbeit im Tennis. Was heißt das eigentlich? Reicht es, einfach nur schnell zu sein? Wenn man dem gelben Filzball hinterher jagt, sind ständig viele Richtungsänderungen, kleine Schritte seit-, vor- und rückwärts gefordert. Dabei sollte man immer im Gleichgewicht sein, denn bei all dem Rennen ist doch das optimale Treffen des Balles das vorrangigste Ziel.
Es reicht also nicht nur, schnell zu sein, man muss seine Beine so koordinieren, dass am Ende ein möglichst präziser Schlag herauskommt. Doch damit nicht genug. Nach dem einen Schlag geht es ja meist weiter, es folgt ein weiterer, und noch einer, und noch einer. So ein einziger Ballwechsel bietet jede Menge Herausforderungen. Um diese meistern zu können, sollten wir unser Augenmerk auf ein kleines Detail lenken, ohne das die schnellsten Beine hilflos sind.
Schauen wir uns nun mal die Bilder an. Auf dem Foto 1
Foto 1
ist ein Spieler zu sehen, der außen auf der Vorhandseite einen Ball spielt, dann wieder schnell zur Platzmitte zurückkehrt, um dann wieder aus der Rückhandecke zu schlagen. Auf dem Foto 2 ist unser Spieler gerade beim „Split-Step“, den wir nun etwas genauer beleuchten wollen.

Foto 2 Füße sind in der Luft während
der Gegner schlägt
Wann?
Wann wird eigentlich ein Split-Step gemacht? Der Zeitpunkt ist von elementarer Bedeutung. Als Faustregel gilt: „Stehen, wenn der Gegner schlägt.“ Stehen heißt in diesem Fall, die Bewegung in eine bestimmte Laufrichtung, zum Beispiel die Platzmitte, zu unterbrechen, den Split-Step zu machen, um dann gegebenenfalls in die gleiche oder auch andere Richtung starten zu können. Der Split-Step sollte auf alle Fälle rein auf den Schlag des Gegners abgestimmt werden. Es ist vollkommen unerheblich, ob dabei auch, wie zunächst beabsichtigt, die Platzmitte erreicht wird oder nicht.
Wie?
Wie wird der Split-Step gemacht? Das Foto 3 zeigt die Beine des Spielers in Großaufnahme. Der Spieler hat seine Laufbewegungen in eine bestimmte Richtung abgebrochen und sich dabei in eine frontale Körperstellung gebracht. Seine Füße machen einen kleinen beidbeinigen Sprung nach oben s. auch Foto 1. Dieser sollte genau zu dem Zeitpunkt erfolgen, in dem sein Gegner den Ball schlägt. Landet unser Spieler wieder beidbeinig mit den Fußspitzen zuerst auf dem Boden, sind seine Beine leicht gespreizt (Foto 3).
Foto 3
Spreiz-Schritt wäre auch so ungefähr die Übersetzung des englischen Split-Step. Bereits in der Flugphase (Foto 1) hat unser Spieler erkannt, wohin sein Gegner den Ball schlagen wird. Durch den kleinen Sprung sind seine Wadenmuskeln voraktiviert und er kann nach der Landung sofort reagieren und schnellkräftig in die entsprechende Richtung starten. Egal ob nach links, rechts, vorne oder hinten.
Warum?
Warum wird ein Split-Step gemacht? Jeder Tennisspieler kennt das Gefühl, auf dem „falschen Fuß“ erwischt worden zu sein. Das heißt nicht anderes, als den gegnerischen Schlag beispielsweise auf die Vorhandseite zu bekommen, obwohl oder gerade weil man in die Rückhandseite unterwegs ist. Ein „Split-Step“ zur rechten Zeit könnte hier Abhilfe schaffen. Gelingt dies, kann man wesentlich schneller Richtungsänderungen durchführen, optimaler zum Ball stehen, den Platz besser abdecken und auch mehr Bälle erreichen.
Zusammengefasst bedeutet dies alles : wenn ihr dabei seid aus der Ecke des Platzes wieder in die Mitte zurückzukehren, benutzt Side Steps und eure Brust und euer Kopf sind in Richtung Gegner ausgerichtet, ( für Rechtshänder : wenn ihr aus eurer Vorhandecke wieder zurück kommt, zeigt eure rechte Schulter nicht zum Gegner sondern wie o.a beschrieben eure Brust, genauso wie aus eurer Rückhandecke kommend eure linke Schulter dann auch nicht zum Gegner zeigen sollte. Für Linkshänder dies natürlich andersherum).