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Tennissaiten der Stars am Rothenbaum

Was wird bevorzugt? Darm oder Kunstsaite

Welcher Profi besaitet wie hart und wie oft Darm oder Kunstsaite?
Ich habe dies am Beispiel der Internationalen Deutschen Meisterschaften am Hamburger Rothenbaum unter die Lupe genommen.
Profis sind in Bezug auf Ihre Saiten sehr sensibel. Die angegebenen Werte für den Hamburger Rothenbaum können in der darauffolgenden Woche schon anders aussehen.
Je nach Wärmegraden, Platzbelägen, verschiedenen Tennisballsorten und sogar nach Einsätzen ob mittags oder abends gespielt wird, muss der jeweilige Besaitungsservice sich auf die Wünsche der Spieler einstellen.
So spielt der Wetterbericht des jeweiligen Spieltages eine bedeutende Rolle. Je wärmer die Temperatur, desto härter die aufgezogenen Saitenwerte. Die Kontrolle des Balles mit einer harten Saite bei heißem Wetter ist ungleich höher als mit einer weichen. Umgekehrt bei nassem, kaltem Wetter und langsameren Belag werden weniger Kilo besaitet, da eine weichere Saite dann mehr Geschwindigkeit erzeugt beziehungsweise mit dem gleichen Kraftaufwand die erwünschte Länge in den Schlägen erzielt wird. Auch die Größe des jeweiligen Schlägerkopfes spielt eine große Rolle. Ein Oversizeracket wird härter bespannt als ein Midsizeschläger. Dies bezieht sich auf ein und denselben Spieler, der zwei verschieden große Modelle mit möglichst gleicher Kontrolle spielen möchte.

Harte Besaitung = weniger Power, mehr Kontrolle
Weichere Besaitung = mehr Geschwindigkeit, weniger Kontrolle

Spitzenreiter am Rothenbaum war Tommi Haas mit teilweise 33 Kilo auf seinem Schläger. Das hört sich nach nicht zuviel an, der Schlägerkopf seines Dunlop 200 G ist allerdings nicht sehr groß, was dann doch sehr hart ist.
Haas Saitenverbrauch liegt bei ca. 450 Darmsaiten im Jahr. Viele besaitete Schläger werden von Ihm aber gar nicht gespielt, die Saiten werden am nächsten Tag ungespielt herausgeschnitten und wieder nach den o.a. Kriterien neu besaitet.
Die Entwicklung der Kunstsaite hat in den letzten Jahren einen Sprung nach vorn gemacht.
Aus der Besaiterstatistik für das Turnier am Rothenbaum ist aber eindeutig abzulesen, das die Darmsaite für die Top-Profis immer noch die mit Abstand größte Bedeutung hat.

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